frei ist, wer misfallen kannfrei ist, wer misfallen kann

Über die Künstlerin

Anna aka Kepsy

Mit 13 saß ich das erste Mal mit einem Grafiktablet am PC und habe angefangen, digitale Bilder zu bauen, lange bevor ich ein richtiges Skizzenbuch besessen habe. Seitdem ist irgendwie viel passiert, aber mein Geschmack ist geblieben: starke Kontraste, Schwarz Weiß, ungewöhnliche Formen und Dinge, bei denen andere vielleicht kurz sagen: „Das ist aber düster.“

Mich faszinieren Dinge, bei denen viele Menschen wegschauen. Der Tod, Geister, dunkle Ästhetik oder alles, was ein bisschen unheimlich wirkt, finde ich nicht automatisch traurig oder morbide. Für mich gehört das genauso zum Leben wie alles andere. Ich finde es spannend, wie viel Schönheit in Dingen steckt, die nicht perfekt, glatt oder offensichtlich schön sind.

Das Lustige ist: Bei meiner Kunst und meiner Perspektive aufs Leben ist vieles irgendwie anders herum. Die düsteren Bilder entstehen oft aus den Momenten, in denen ich mich stark, mutig und selbstbewusst fühle. Sie sind für mich nicht traurig, sondern eher ein Ausdruck von Kraft. Vielleicht genau deshalb ziehen sie mich so an. Sie zeigen eine Seite von mir, die keine Angst davor hat, Dinge anzuschauen, die andere lieber vermeiden.

Die bunten und fröhlichen Bilder entstehen dagegen oft aus einer ganz anderen Ecke. Sie kommen eher aus Momenten, in denen ich verletzlicher bin, mehr zweifle oder mich nach etwas Leichtem sehne. Eigentlich zeigen sie viel mehr meine weiche Seite.

Meine Kunst ist also nicht unbedingt ein Spiegel davon, was nach außen offensichtlich wirkt. Manchmal steckt hinter einem dunklen Bild mein glücklichstes Gefühl und hinter den fröhlichsten Farben ein kleiner Moment Unsicherheit.

Kunst ist für mich ein bisschen wie Ordnung schaffen. Wenn in meinem Kopf zu viel los ist, hilft es mir, etwas daraus zu machen. Stundenlang an einem Bild zu sitzen und genau die Vorstellung umzusetzen, die irgendwo in meinem Kopf existiert, bringt mich runter. Ein Bild unfertig liegen zu lassen ist für mich ungefähr so angenehm wie ein Lied, das kurz vor dem Refrain aufhört.

Eine Form verfolgt mich dabei schon seit Jahren: Tränen und Tropfen. Ich liebe diese Bewegung, diese Spannung auf einer Oberfläche und diese fließenden Linien. Sie tauchen immer wieder auf, egal wie sehr ich versuche, etwas Neues zu machen. Manche Ideen sind wohl einfach kleine Ohrwürmer (oder dann wohl Augenwürmer?).

Ich glaube, meine Kunst zeigt nicht unbedingt, wie traurig oder glücklich ich bin. Sie zeigt eher, wie ich die Welt wahrnehme. Ich beobachte viel, merke mir Kleinigkeiten und sammle Eindrücke von Menschen und Momenten. Vielleicht landen genau diese Dinge am Ende irgendwo in meinen Bildern.

Diese Website gibt es übrigens aus einem ziemlich einfachen Grund: Ich habe jahrelang gesagt „Irgendwann mache ich das“. Irgendwann ist aber ein ziemlich unzuverlässiges Datum. Also habe ich aufgehört, darauf zu warten.

Schau Dich um, liebe Maus oder lieber Mäuserich. Vielleicht findest Du etwas, das zu Dir passt. ♡